Kibag-Betonmischer fährt mit 126'000-Franken-Nummernschild durch Zürich

Das teure Kontrollschild ZH 25 prangt an einem elektrischen Betonmischer der Kibag. Das Bauunternehmen wollte seinen Chauffeuren eine besondere Freude bereiten.

Ein aufmerksamer Beobachter auf der Europabrücke traute seinen Augen kaum: An einem Betonmischer der bekannten Baufirma Kibag prangte das begehrte Kontrollschild «ZH 25» – jenes Nummernschild, das im vergangenen Juni für stolze 126'000 Franken versteigert worden war. Was zunächst wie ein kurioses Missverständnis wirkte, entpuppte sich als durchdachte Mitarbeiter-Motivation des Zürcher Bauunternehmens.

Ungewöhnliche Entdeckung auf Zürcher Strassen

Der 29-jährige Lastwagenfahrer, der die ungewöhnliche Kombination aus teurem Nummernschild und Baufahrzeug entdeckte, ist selbst ein Liebhaber tiefer Kontrollschilder. “Das ist so lustig – man rechnet ja wirklich mit allem, aber sicher nicht mit einem so teuren Nummernschild an einem Betonmischer”, beschreibt er seine Überraschung. Seine Expertise als Berufschauffeur und sein Interesse für spezielle Nummernschilder liessen ihn sofort erkennen, dass hier etwas Besonderes vor sich ging.

Die Versteigerung des Kontrollschilds «ZH 25» im Juni hatte für Aufsehen gesorgt. Nach einem intensiven Bieterkampf wechselte das begehrte Schild für 126'000 Franken den Besitzer – eine beträchtliche Summe, die normalerweise eher an Luxusfahrzeugen zu erwarten wäre als an Baumaschinen.

Kibag bestätigt aussergewöhnliche Investition

Anja Rubin, Mediensprecherin der Kibag, bestätigte die ungewöhnliche Geschichte. Das teure Nummernschild sei tatsächlich an einem ihrer Fahrzeuge angebracht – allerdings nicht an irgendeinem: Es handelt sich um einen vollelektrischen Fahrmischer, einen der ersten seiner Art in Europa. Diese Kombination aus traditionellem Handwerk und modernster Technologie macht das Fahrzeug zu einem besonderen Botschafter des Unternehmens.

Interessant ist dabei die Entstehungsgeschichte: Die Kibag selbst hatte das Kontrollschild nicht direkt bei der Versteigerung erworben. Stattdessen kaufte eine Privatperson das Schild im Dezember und übergab es dem Bauunternehmen. Die Motivation dahinter ist bemerkenswert einfach und menschlich: “Um unseren Chauffeurinnen und Chauffeuren eine Freude zu machen”, erklärt Rubin.

Mitarbeiterstolz als Unternehmensphilosophie

Die Reaktion der Kibag-Fahrer bestätigt den Erfolg dieser unkonventionellen Investition. “Diese sind wirklich sehr, sehr stolz und haben Freude, mit dieser Nummer durch die Stadt zu fahren”, berichtet die Mediensprecherin. In einer Branche, die oft mit schwerer körperlicher Arbeit und wenig Glamour verbunden wird, setzt das Unternehmen damit ein Zeichen der Wertschätzung für seine Mitarbeitenden.

Eigentlich hätte die Kibag noch lieber das Kontrollschild «ZH 26» erworben. Der Grund liegt in der Firmengeschichte: Das Unternehmen wurde 1926 offiziell gegründet und feiert dieses Jahr sein 100-Jahr-Jubiläum. Die Zahl 26 hätte perfekt zur Unternehmenstradition gepasst. “So genau müssen wir es ja auch wieder nicht nehmen”, zeigt sich Rubin jedoch entspannt über die kleine Abweichung.

Symbol für Wandel in der Baubranche

Die Geschichte des teuren Nummernschilds am Betonmischer steht symbolisch für den Wandel in der traditionellen Baubranche. Während früher Funktionalität und Kosteneffizienz im Vordergrund standen, erkennen moderne Unternehmen zunehmend die Bedeutung von Mitarbeitermotivation und Unternehmensimage. Die Kibag zeigt mit dieser Aktion, dass auch in der Baubranche Platz für aussergewöhnliche Gesten und Aufmerksamkeit für die eigenen Leute ist.

Der Einsatz eines der teuersten Zürcher Kontrollschilder an einem Arbeitsfahrzeug mag zunächst paradox erscheinen, erweist sich aber als cleverer Schachzug: Das Unternehmen erhält nicht nur positive Aufmerksamkeit, sondern stärkt auch die Identifikation seiner Mitarbeitenden mit dem Arbeitgeber – eine Investition, die sich langfristig auszahlen dürfte.