Fotofalle dokumentiert mutmasslichen Wolfsriss-Verursacher bei Hütten ZH

Wolf bei Hütten ZH fotografiert - Experten vermuten Zusammenhang mit sieben getöteten Schafen bei Hausen am Albis. Schafhalter im Kanton Zürich beunruhigt.

Im Kanton Zürich sorgt eine Wildkamera-Aufnahme für erhebliche Unruhe unter den Schafhaltern der Region. Am vergangenen Freitagabend dokumentierte eine Fotofalle bei der Gemeinde Hütten einen Wolf, der durch das Gebiet streifte.

Verbindung zu früheren Schafsrissen vermutet

Wildtier-Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem fotografierten Tier um denselben Wolf handelt, der Anfang 2025 nahe der Gemeinde Hausen am Albis für Schlagzeilen sorgte. Dort hatte ein Raubtier innerhalb kurzer Zeit sieben Schafe getötet, was bei den örtlichen Landwirten für erhebliche Verluste und Verunsicherung gesorgt hatte.

Die räumliche Nähe zwischen Hausen am Albis und Hütten – beide Gemeinden liegen im südlichen Teil des Kantons Zürich – stützt die Vermutung der Fachleute. Wölfe können in ihrem Revier durchaus Distanzen von mehreren Kilometern zurücklegen, weshalb eine Wanderung zwischen diesen Gebieten durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

Schafhalter verschärfen Schutzmassnahmen

Die Bestätigung der Wolfspräsenz durch die Fotofalle hat bei den Schafhaltern in der Region zu erhöhter Wachsamkeit geführt. Viele Landwirte überdenken derzeit ihre Herdenschutzmassnahmen und erwägen den Einsatz von Herdenschutzhunden oder elektrischen Zäunen.

Die kantonalen Behörden stehen in engem Kontakt mit den betroffenen Landwirtschaftsbetrieben und bieten Unterstützung bei der Umsetzung geeigneter Schutzmassnahmen an. Gleichzeitig wird das Monitoring der Wolfsaktivitäten in der Region intensiviert.

Rückkehr der Wölfe in die Schweiz

Die Aufnahme bei Hütten reiht sich in eine Serie von Wolfssichtungen ein, die in den letzten Jahren in verschiedenen Schweizer Kantonen dokumentiert wurden. Nach ihrer Ausrottung im 19. Jahrhundert kehren die Raubtiere allmählich in ihre angestammten Lebensräume zurück.

Für die Landwirtschaft stellt diese Entwicklung eine bedeutende Herausforderung dar. Während Naturschützer die Rückkehr der Wölfe als wichtigen Beitrag zur Biodiversität begrüssen, sehen sich Schafhalter mit neuen Risiken und Kosten konfrontiert.

Die zuständigen Behörden arbeiten daran, einen Ausgleich zwischen dem Schutz der Wildtiere und den Bedürfnissen der Landwirtschaft zu finden. Dabei spielen präventive Massnahmen und eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten eine entscheidende Rolle.